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SV Wistedt II - MTV Luhdorf/Roydorf 2.0 0:5 (0:2)

Der Wecker klingelt. 09:30 Uhr. Mein Kopf dröhnt, das letzte Bier war wohl schlecht. Warum klingelt der Wecker so früh?? Ach ja, Fußball. Blicks aufs Handy: in 15 Minuten holt mich die Torwart, Rennfahrer, Trainer Combo ab. Fürs Duschen fehlt die Kraft, kein Essen im Kühlschrank. Sachen packen, die Musikbox nicht vergessen und ab vor die Tür. 

Natürlich stehen die beiden Dummschwätzer schon rauchend vor der Tür und erzählen sich schlechte Witze. Naja Sachen in den Kofferraum, die Reste von mir auf die Rückbank und Paddy erzählen, dass ich gestern nur auf Sparflamme unterwegs war....

Nach einem kurzen Abstecher zur Aral (endlich Frühstück!) erreichen wir den Treffpunkt zum Spiel gerade pünktlich. 

Angekommen scanne ich sofort die Umgebung, neben den hässlichen Fratzen meiner Mitspieler erspähe ich einen Kasten Bier. Felix K. feiert seinen Einstand und spielt sich mit dieser noblen Geste direkt in mein großes Herz. 

Beim Durchzählen der anwesenden Spieler fällt unserem Co-Trainer direkt auf, dass uns ein Spieler fehlt: Niki ist zwar überraschend nicht mehr im SeZe, aber muss noch Nudeln kochen.... keine weiteren Fragen. 

Der Rest meiner Mitspieler macht einen erstaunlich fitten ersten Eindruck, also wieder ins Auto und ab die Post. 

Als wir in Wistedt ankommen fehlen nur noch Paddy Noseman und Bogi, die von Frank direkt in Hamburg abgeholt werden (was für ein Service!). 

Nach konzentriertem Warmlaufen auf feinstem Geläuf wird folgenden zehn Spielern die Ehre zu Teil an meiner Seite um die nächsten drei Punkte zu kämpfen:

 

Chris im Tor, die Kette bilden Ente, Pascal, Marci und JLo. Niklas und Bogi dürfen im Mittelfeld die Fäden ziehen, während Schulze und Paddy die Aussenbahnen beackern. Im Sturm natürlich: Legende und Altmeister Andi. 

 

Das Spiel beginnt relativ unspektakulär. Während wir das Spiel zwar kontrollieren, aber keine klaren Torchancen kreieren, verlegt sich Wistedt auf eingesprungene Blutgrätschen und geschickte Bodychecks. Der gesprächige Schiedsrichter quittiert beides nur mit einem müden Lächeln. Nach etwa 15 Minuten wird unser Spiel zwingender. Die klarsten Torchance vergibt Andi freistehend vor dem Torwart, nachdem ich ihn mit einem feinen Zuckerpässchen in Szene setzte. Auch einen Kopfball nach Schulz-Ecke setzt er knapp vorbei. 

Dann ist es endlich soweit: Nach ansehnlicher Kombination tankt sich Ginexperte Niki durch den Strafraum und knallt das Leder unhaltbar in die Maschen. 1-0. Der Bann ist gebrochen und es folgt direkt der zweite Streich: Schulz Freistoß Andi legt den Ball in die Mitte und Bogi, der kleinste Spieler Europas, nickt den Ball per Kopf ins Tor 2-0!

Der Rest der ersten Halbzeit ist schnell erzählt: Ball und Gegner laufen und durch gelegentlich eingestreute Fehlpässe an der Wurst schnuppern lassen. 

 

In der Halbzeit gibt es tatsächlich Lob vom Trainer, ich konzentriere mich aber erstmal auf die Zufuhr von Flüssigkeit. Auch Niki und JLo sehen so aus, also könnten sie noch einen Schluck Wasser und ne Mütze Schlaf vertragen. Plötzlich riecht es merkwürdig nach Verwesung und wir müssen die Kabine fluchtartig verlassen. Draußen warten wir auf den Trainer und den Gegner. 

 

Nach Wiederanpfiff üben wir direkt Druck aus und kommen auch zu der ein oder anderen Torchance. Wieder ist es Niki, der den Torreigen eröffnet und ohne Gegenwehr durch die Abwehr spaziert und den Ball ins Tor schiebt. Kurz danach stellt Bogi mit seinem zweiten Treffer auf 4-0 nach wunderbaren Doppelpass mit Blindfisch Andi legt er er das nächste Ei ins Wistedter Nest. 

Unglaublich, während Andi vergeblich mit Bällen gefüttert wird, treffen die beiden Larrys von der Sechs jeweils doppelt. Und es sollte noch schlimmer werden: Nach einer Ecke setzt sich wieder einmal der robuste Bogi durch und stochert den Ball aus dem Gewühl ins Tor. Was ist denn hier los. Spätestens nach diesem Tor sehe ich Tränen auf dem Gesicht des in der Innenverteidigung eingewechselten Felix Mertke. Eine Rückkehr ins Mittelfeld scheint bei dieser Konkurrenz schier unmöglich. 

 

Nun darf sich auch Chris noch ein-, zweimal auszeichnen und sich sein zu null Bier verdienen, während unser Gegner noch die eine oder andere Grätsche auspackt und den Schiri endlich dazu zwingt Karten und Notizblock auszupacken. 

Im Smalltalk gestehen uns die Gegenspieler noch ihre Liebe "Ich habe Euch schon immer gehasst!" und dann gibt's auch schon die ersten Kaltgetränke. 

 

Auf dem Rückweg kurzer Abstecher zu König Ludde - Selbstgebrannter und noch ein kurzes Abschlussgetränk in den Luhdorfer Katakomben sorgen dann dafür, dass ich mich am Montagmorgen noch schlimmer fühle als vor dem Spiel. Geil! Nächste Woche wieder :)