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Finaleinzug haarscharf verpasst!

Wie im Vorjahr scheiterte der MTV-Hallenkader beim "Winterzauber" des Thomasburger SV nur haarscharf am Finaleinzug. Nämlich erst im Halbfinale und dort - wie im Vorjahr - erst im Neunmeter-Schießen. Dennoch konnte das Team allgemein durchaus zufrieden sein. Spielerisch wirkte das Team weiter als zum gleichen Zeitpunkt des letzten Jahres. Das war in den Trainingseinheiten zuletzt nicht absehbar. Da taten sich einige potenzielle Kader-Kandidaten mit den Abläufen doch schwerer als erhofft. Bei nur vier Feldspielern sind die Abstimmungen und das Einhalten der Aufgaben und Absprachen mit und gegen den Ball jedoch entscheidend. Nur darauf basierte dann auch die Kadernominierung. Nun also der Praxistest. Sportliches Minimalziel: Halbfinale! Auch wenn kein etatmäßiger MTV-Keeper zur Verfügung stand. Mit Darvin Buschmann ging vielmehr ein Feldspieler in den Kasten. Das durfte aber keine Ausrede sein. Die Vorderleute waren gefragt. Und die zeigten sich durchweg schnell als "turniertauglich" und gute Einheit. 

 

Gestartet wurde mit einem 4er-Block des 2000er-Jahrgangs. Von denen musste man für den Anfang einfach eine gewisse Stabilität und gemeinsames Spielverständnis erwarten. Von der Bank kam dann viel Qualität, um darauf aufzubauen. Dies erwies sich schon in der ersten Partie als guter Ansatz. Leo Clauer, Janning Dreusicke, Marc-André Böhme und Hendrik Arndt starteten sicher und kompakt. Der "zweiten Welle" hatte die Landesligareserve des TuS Neetze dann nichts mehr entgegenzusetzen. Sammy Boel erzielte den ersten Turniertreffer. Dabei war bei ihm die Nominierung lange nicht eindeutig. Aber nun bestätigte er, dass er bei Laufwegen und Defensivarbeit zuletzt doch gut aufgepasst hatte. Die Routiniers Sascha Krause und Sven Netzlaff spielten das 2:0 durch Krause heraus. Den Anschlusstreffer konterte Dreusicke auf Vorarbeit von Böhme. Mit 3:1 war der Start gelungen. Das zweite Spiel gegen den VfL Lüneburg verlief ähnlich. Krause stellte die Führung her. Und nachdem der VfL ausglich war Boel erneut bestens positioniert, um die Vorlage von Netzlaff zum 2:1-Siegtreffer zu verwerten. Damit war das Viertelfinale bereits gebucht.

 

Von nun an startete auch Henri Manewald ins Turnier. Dies sollte planmäßig zur Schonung anderer Kollegen beitragen, sobald kleinere Blessuren auftreten würden. Es zahlte sich auch aus. Zwar folgte zunächst die erste unnötige Turnierniederlage gegen den SV Scharnebeck (0:1). Der Gegentreffer fiel nach einem Fehler im Wechselverhalten und anschließend traf man offensiv nur Pfosten und Latte. Insgesamt war es aber ein "Weckruf" zur richtigen Zeit. Im letzten Gruppenspiel musste es der VfL Bleckede "ausbaden". Der schnellen 2:0-Führung durch Dreusicke folgte zwar der Anschlusstreffer. Aber dann erhöhten Boel, Netzlaff, Manewald und Krause auf 6:1. Und weil man sich nun schon so schön eingeschossen hatte, wiederholten die Höllenberger dieses Ergebnis im Viertelfinale nochmal. Allerdings lag man zunächst gegen den SV Karze im 0:1-Rückstand. Doch Boel glich erst aus und sorgte dann nach einer sehr schönen Vorarbeit von Netzlaff und Arndt für die 2:1-Führung. Anschließend lief das Offensivspiel glänzend und Boel, Clauer, Netzlaff und Serhat Ataykaya schossen den MTV mit erneut 6:1 ins Halbfinale.

 

Dort wartete nun der Turnierfavorit VfL Breese/L. Der Bezirksligist war mit eindrucksvollen Leistungen ohne Punktverlust und mit 18:3 Toren durch die Gruppe B "gerauscht". Auch im Viertelfinale ließ man dem TuS Neetze mit 5:1 keine Chance. Es entwickelte sich das in jeder Hinsicht beste und spannendste Turnierspiel des Tages. Dabei war der MTV-Kader etwa acht Minuten überraschenderweise das klar spielbestimmende Team und sorgte beim Bezirksligisten mehrfach für Durcheinander. Manewald gelang mit einer schönen Aktion die 1:0-Führung. Und als Arndt mit Übersicht auf Dreusicke zum 2:0 ablegte schien die Partie durch. Zumal Ataykaya fast noch auf 3:0 erhöht hätte und dies frei vor dem Kasten nur durch eine "Monstergrätsche" noch verhindert wurde. Der Finaleinzug lag auf dem Silbertablett. Doch es kam anders. Durch einen Ausrutscher kam ein VfLler frei durch und verwandelte zum Anschlusstreffer. Der Favorit witterte eine letzte Chance ... und nutzte diese. Ein seltener Ballverlust im MTV-Spielaufbau ... und es stand plötzlich doch noch 2:2. Boel hätte dennoch fast noch zum Sieg getroffen.

 

Aber es kam leider zum 9-Meter-Schießen. Hier waren die Luhdorfer nun mental sichtlich im Nachteil. Zu ärgerlich war es, dass nach diesem klasse Auftritt die Zeit am Ende nicht clever genug runtergespielt worden war und man sich nun unnötig im Shoot-Out befand. Buschmann hatte bis dahin ein tadelloses Turnier als Aushilfskeeper gespielt ... aber jetzt wäre sicher einer der MTV-Elfmeterkiller wie Robin Hoffmann, Niklas Rudolph oder Malte Engel von Vorteil gewesen. Die drei VfL-Schützen verwandelten jedenfalls fehlerfrei. Dreusicke traf für den MTV. Aber dann gab es einen Fehlschuss ... und das Endspiel war weg. Schade. Zwar wollte man die Spielpraxis des "kleines Finales" noch nutzen. Aber die Luft war sichtlich raus. Besonders als der SV Scharnebeck in Führung ging. Die Bemühungen um den Ausgleich endeten in zwei Kontern, sodass man nach dem 0:3 mit Platz 4 zufrieden sein musste. Immerhin sportlich das Mindestziel erreicht. Vor allem hatte man aber von Beginn an ein wirklich gutes Turnier gespielt. Der Auftritt wirkte insgesamt spielerisch überzeugender als im Vorjahr. In dieser Verfassung dürfte man jedenfalls auch beim anstehenden Stadtpokal vernünftig mitspielen können.