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MTV dreht erstes Testspiel von 0:2 auf 3:2!

Anders als in der Vorsaison können die Höllenberger diesmal auch früh mit Testspielen starten. In den letzten Jahren war das kritisch, da die Personaldecke zu dünn war. Es machte wenig Sinn zu testen, wenn nur 11 oder 12 Leute da waren oder man mit angeschlagenen Spielern antrat. Es bestand stets die Sorge, dass sich in den Testspielen noch zusätzliche Verletzungen ergeben könnten. So wie es dann im Winter auch prompt bei Sven Netzlaff passierte, der die ganze Rückrunde ausfiel. Die wenigen Testspiele gingen unter diesen Vorzeichen dann auch noch überwiegen verloren. Bis auf das gute Ergebnis gegen den Kreisligisten MTV Ramelsloh (4:2) kam für Trainer und Spieler wenig Freude auf. In diesem Sommer ist der große Unterschied sofort augenfällig: Der Kader ist in der Anzahl UND Qualität deutlich breiter aufgestellt. Die Trainer können angeschlagene Spieler wie Janning Dreusicke, Leo Clauer, Sammy Boel, Malte Engel oder Kjell Meyer schonen. Zudem fehlten arbeits-, urlaubs oder verletzungsbedingt weitere Kicker, wie Luis Wedemeier, Magnus Kruska, Jannik Pahl oder Luis Hessenmöller. Insgesamt etwa zehn potenzielle Startelfspieler fehlten also  ... und trotzdem stand ein schlagkräftiger Kader bei der TuS Erbstorf im Aufgebot.

 

Ein weiterer Vorteil: Alle aktuellen Neuzugänge sind dem Trainerteam aus der gemeinsamen Jugendarbeit bestens bekannt. Da braucht es keine großen Eingewöhnungen oder Kennenlernen. Das sollte sich in Erbstorf gleich positiv bemerkbar machen. Zunächst startete das Team aber mit dem "bewährten" Personal. Von den Neuzugängen begann lediglich Bilal Ballout in der Startelf. Allerdings auf einer zentralen Mittelfeldposition, sodass Abstimmungsprobleme einzurechnen waren. Und obwohl sich alle sichtlich bemühten, blieb nicht verborgen, dass die Feinjustierung noch fehlte. Trotzdem kam das MTV-Team solide in die Partie und errang den höheren Spielanteil. Auch die ersten beiden Großchancen lagen bei den Gästen. Doch da trat ein Manko der Vorsaison wieder auf: Die Chancenverwertung! Gleich vier Großchancen ließen die Höllenberger in Persona von Marc-André Böhme (3) und Sascha Krause liegen. Dazu diverse potenzielle Ansätze und Halbchancen, die nicht konsequent ausgespielt wurden. Wie fahrlässig das enden kann, zeigten die Gastgeber auf Kommando. Der erster über links gut vorgetragene Angriff des TuS wurde konsequent zur Führung verwandelt (18.). 0:1. Na toll.

 

Trotz des Rückstands waren aber auch die vermeintlichen Schwachstellen der Erbstorfer nicht verborgen geblieben. Um diese gezielt zu bespielen stellten die Luhdorfer um. Die Außenverteidigung wurde offensiver besetzt. Auf der linken Seite war Henri Manewald defensiv kaum gefordert. Diese Position übernahm nun Neuzugang Aaron Dronka. Damit der sich beim Debüt nicht groß eingewöhnen musste, wurde davor auch gleich sein Jahrgangskollege Baran Büyüksahin für den fleißigen Ole Schmerbitz mit eingewechselt. Manewald wechselte für den defensiver ausgerichteten Lennard Gevers auf die rechte Seite und schob dort nun den starken Felix Köppe noch mehr an. Da sich auch Ballout und Hendrik Arndt im Mittelfeld gemeinsam zusehends besser zurechtfanden, wurde der Spielfluss nun stetig besser. Nur die Chancenauswertung ließ weiterhin zu wünschen übrig. Und statt des knappen 0:1-Rückstands zur Pause musste Keeper Robin Hoffmann auch noch das 0:2 "fressen" (44.). Fast sogar noch das 0:3 als er selbst ein übles Missverständnis zwischen ihm und Ballout noch ausbügeln konnte. Endlich hatten also auch die Gastgeber mal etwas liegen gelassen, die bis dahin aus zwei Chancen das Optimum rausgeholt hatten.

 

Doch "schlechte Laune" half jetzt nichts. Auch Aktionismus und blindes Anrennen würde es nur schlimmer machen. "Bleibt bei Euch und schießt in den nächsten 15 Minuten ein Tor. Der Rest läuft dann von allein!" Von der Bank kamen mit Tobi Engel und Ozan Özmen frische Akteure. Böhme ging ins offensive Mittelfeld zurück. Und dann ging es schnell: Özmen schlenzte schon in der 49. Minute die Kugel ins Gehäuse. Und mit diesem Anschlusstreffer wurden auch die Gastgeber müder. In der 60. Minute ersetzte Kjell Harden den flinken Köppe und machte rechts mit Flügelläufen nahtlos weiter. In der 70. setzte er Özmen prima in Szene, der den Keeper versetzte und gezielt auf Büyüksahin flankte. Kopfball ... Tor. Ausgleich. 2:2. Ein schöner Debüttreffer für den Youngster im ersten Herrenspiel. Da der defensiv überragende Cedric Schulenburg zusammen mit Serhat Ataykaya in der zweiten Hälfte keinen Torschuss der Gastgeber mehr zuließ, lag nun sogar noch mehr in der Luft. Zumal mit Marvin Bodenstein noch ein frischer Innenverteidiger dazu kam. Und tatsächlich entwischte Özmen kurz vor Ende noch einmal und ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, auch noch eiskalt zum 3:2 einzuschieben (85.) Endlich stimmte auch die Chancenverwertung, sodass der Sieg am Ende auch hochverdient war. Letztlich unwichtig ... aber gut für die allgemeine Stimmung. Und dennoch wird jeder Spieler, Trainer und Zuschauer wissen, dass das Team sich für die nächsten Auftritte steigern kann und muss.  

 

     


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