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Auch aus Winsen etwas mitgenommen. 2:2!

Am Samstag vor dem Spitzenspiel in Winsen erreichten die MTV-Trainer noch einige schlechte Nachrichten. So fiel zunächst Sascha Krause kurzfristig aus. Ebenso wie Felix Köppe. Beide waren eigentlich schon ein fester Bestandteil des Plans gewesen. Gerade Routinier Krause, der zuletzt mit drei Assists geglänzt hatte, sollte der jungen MTV-Offensive gegen die erfahrenen Innenverteidiger des TSV wichtige Impulse geben. Aber auch der flinke Köppe hätte die TSV-Defensive vor einige Herausforderungen stellen können. Es dauerte einige Zeit bis die Entscheidungen für eine alternative Startelf standen. Es gab einige Varianten. Alle mit Vor- und Nachteilen. Kapitän Leo Clauer vorzuziehen wäre offensiv für U19-Kicker Kjell Meyer sicher hilfreich. Im zentralen Mittelfeld wären dann aber nur gänzlich neue Konstellationen bzw. Experimente möglich gewesen. Nicht unbedingt der richtige Zeitpunkt dafür. Zudem sprach einiges dafür, dass die Gastgeber eher im späteren Verlauf Lücken zulassen und Spielanteile abgeben. Insofern wollten die MTVler offensive Potenziale wie Sammy Boel oder Ozan Özmen gern noch zurückhalten, um von der Bank zulegen zu können. Gerade dies könnte entscheidend werden. Letztendlich entschied man sich also, die Positionen von Krause und Köppe mit Janning Dreusicke und Marc-André Böhme im Wechsel zu besetzen. Unspektakulär, nachvollziehbar und sinnvoll ... und trotzdem lag Teil 1 der MTV-Strategie zunächst völlig daneben.

 

Die Heimelf hatte ihre Spielanlage nämlich gegenüber allen Spielbeobachtungen stark verändert. So hatten die TSVler gegen Spitzenteams wie den FC Este, den VfL Maschen oder auch Bezirksligaabsteiger TSV Heidenau vom Start weg dominiert und ihren wieselflinken Torjäger dabei bevorzugt über die Flügel eingesetzt. Gegen Este und Heidenau hatten die TSVer ihre Heimspiele damit eindrucksvoll und früh entschieden und blieben zuhause ungeschlagen. Nur der VfL Maschen konnte als bisher einziges Team spät ausgleichen und wenigstens einen Punkt aus Winsen mitnehmen. Doch diesmal wichen die Gastgeber überraschend von der bislang erfolgreichen Heimstrategie ab. Kaum Flügelspiel. Weniger Offensive. Dafür engagierte Defensive und blitzschnelle Konterattacken durch´s Zentrum. Die Positionierung des TSV-Goalgetters in der Mitte war für die MTVler dabei prinzipiell gar nicht so problematisch, weil dieser damit zwar nicht wie angedacht auf Henri Manewald traf. Dafür aber auf Cedric Schulenburg. Kein allzu großer Temponachteil für die MTV-Verteidigung. Viel schwerer taten sich die Höllenberger jedoch damit, dass die Heimelf sich weit zurückzog und in der eigenen Hälfte spielten die ausgebufften Bezirks- und Landesligaerfahrenen Haudegen dann robusten "Männerfußball". Der ballführende MTVler hatte da oft gleich zwei, drei engagierte und attackierende Gegenspieler um sich. Das beeindruckte nicht nur die zwei 18jährigen Youngster Meyer und Baran Büyüksahin sichtlich. Böhme und Dreusicke hatten ebenfalls Schwierigkeiten, was es insgesamt dann auch für Clauer und Routinier Sven Netzlaff schwer machte.

 

Prompt gab es mittig im Spielaufbau in kurzer Abfolge zwei fiese Ballverluste. Winsen spielte sofort steil in die flinke Spitze, wo Schulenburg und Serhat Ataykaya aufgrund der eigenen Vorwärtsbewegung die Mitte nicht mehr schließen konnten. Zack... 0:1 (11.) und nochmal Zack ... 0:2 (14.). Die zahlreichen Luhdorfer Zuschauer auf der TSV-Tribüne saßen kaum, da schien das Spiel schon entschieden. Das sah gar nicht gut aus. Eher wie ein "Debakel". Und doch blieben die MTV-Coaches bemerkenswert gelassen (oder taten zumindest so). Sie stellten auch nicht um. Aus ihrer Sicht hatte man alles auf dem Platz, was nötig war, um zurückzufinden. Auch die Formation passte durchaus. Und tatsächlich tat sich was. Die Abwehrreihe ging voran. Jannik Pahl und Serhat Ataykaya liefen zur Hochform auf. Zusammen mit Schulenburg und Manewald strahlten sie aus, dass bis zu Keeper Robin Hoffmann jetzt nichts mehr durchgelassen wird. Mit aller Kraft und manchmal "auf der letzten Rille" verhinderten sie weitere Durchbrüche. Das gab Netzlaff und Clauer die nötige Zeit und Sicherheit, um sich allmählich besser in Szene zu setzen. Böhme und Dreusicke tauschten die Positionen, was - zum Glück - schnell Wirkung zeigte. Zusammen mit Manewald zogen sie einen vorbildlichen Spielzug über rechts auf. Als die TSV-Abwehr eingerückt war, lief der Ball zügig zu Clauer, der direkt nach halblinks weiterleitete. Die Heimelf konnte dort nicht mehr schnell genug schließen. Baran Büyüksahin gab die Verantwortung nicht weiter, sondern ging jetzt selbstbewusst mit Tempo am Gegenspieler vorbei und schloss hart und flach ab. Drin. 1:2 (24.). Damit wusste nun jeder MTVler, wie es funktionieren kann. 

 

Kurz vor der Pause erwischten die Kreisstädter nochmal eine kurze Drangphase. Doch lediglich bei zwei gefährlichen Ecken und Kopfbällen hätte der TSV den Spielstand nochmal erhöhen können. Die Höllenberger schafften es, den knappen Spielstand erstmal in die Halbzeit zu bringen. Zeit für Justierungen. Natürlich war man nicht zufrieden. Aber trotzdem zuversichtlich. Der nächste Teil des eigenen Plans könnte aufgehen. Wenn einerseits die Kräfte und damit die defensive Disziplin des TSV-Mittelfeld schwinden würde und man sich andererseits selbst bitte nicht weiter so leicht "die Butter vom Brot" nehmen lässt. Klappte. Alle MTVler hielten jetzt dagegen, spielten auch schneller ab und fanden die richtigen Räume. Fast symbolisch dafür: Ausgerechnet Meyer erzielte den Ausgleich. Der 2007er hatte bis dato an vorderster Front heftig einstecken müssen und keinen Stich bekommen. Doch frei nach Olli Kahn ("Immer weiter machen!") war er plötzlich da. Netzlaff setzte ihn im idealen Moment gut ein, trotz Bedrängnis ging Meyer am Keeper vorbei und traf. 2:2 (56.). Alles wieder offen. Jetzt wollten die MTVler mehr. Mit Boel und Özmen setzten die Gäste auf die "zweite Luft" und noch mehr Offensive. Das konnten sie auch, weil die eigene Defensive sicher stand und hoch mit anschob. Ein Konter der TSVler war natürlich immer möglich. Und doch hatten nun die Luhdorfer die besseren Chancen auf ein 3:2. Als Büyüksahin ideal auf Özmen flankte hätte es soweit sein können. Doch irgendwie verhinderte der TSV Keeper den sicher gewähnten Einschlag und damit drei Punkte für den Aufsteiger. Aber immerhin einen Punkt konnten die MTVler mitnehmen. Bei dem miesen Start ... alle Achtung!       


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Höllenberg 2 

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