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Stadtpokal 2026 (Teil 1): MTV schafft Gruppensieg!

Das neue Jahr beginnt sportlich wieder einmal mit dem Stadtpokal. Durch die lange Hinrunde gab es diesmal lediglich vier Trainingseinheiten. Das Team musste sich also auf die geübten Abläufe der letzten Jahre verlassen. Da macht sich die Arbeit und die Kaderkontinuität der letzten Jahre besonders bezahlt. Komprimierte Wiederholungen der wesentlichen Basics reichten. Das zeigte schon der erste Hallenauftritt mit dem überraschenden Turniersieg in Buchholz. Damit war der interne "Druck", im Winter auch einen Hallenerfolg zu schaffen, schon mal raus. Doch für die Trainer erhöhte dies die "Qual" bei der Berufung des Stadtpokalkaders. "Nur" zwölf Spieler dürfen auf den Spielberichtsbogen und der Kader in Buchholz hatten ja schon beste Argumente geliefert. Aber da fehlten ja noch einige gute Hallenkicker. Wie geht man damit um? Dazu die Frage ob man zwei Torhüter oder lieber einen weiteren Feldspieler "in Reserve" hält? Was ist mit den Youngstern? Die Stadtpokalstimmung der vollen Tribüne (rd. 1.000 Zuschauer) ist doch etwas anderes als die übliche (Eltern-)Kulisse von Jugendspielen. Das kann schon beeindrucken. Und dann noch die Frage, was man in punkto Verletzungsgefahr generell riskieren will? Gerade die Stimmung beim Stadtpokal befördert es, dass nicht immer der schönste Hallenfußball gezeigt wird. Wer fußballerisch nicht glänzen kann oder will, fällt da auch schon mal durch wildes und übertrieben rustikales Spiel aus der Rolle. Und da wollten die MTV-Trainer ihre Spieler unbedingt raushalten.

 

Letztendlich entschied man sich für eine Mischung aus allem. Zunächst nahmen die MTVler gleich 14 Spieler als erweiterten Kader mit in die Halle, für den Fall, dass beim Aufwärmen etwas passieren sollte. Mit Marc-André Böhme und Publikumsliebling Sascha Krause verzichtete man zur Vorsicht aber auf zwei echte Unterschiedsspieler der letzten Jahre. Ebenso auf Henri Manewald, der sich nicht gut fühlte. Das Zeichen war eindeutig: "Turniersieg? Gerne ... aber nicht oberste Priorität!". Daher auch kein zweiter Torhüter. Niklas Rudolph sollte diesmal wieder das Turnier spielen. Wenn er im Verlauf unglücklich ausfallen sollte, würde Feldspieler Cedric Schulenburg den Posten übernehmen. Mit Kjell Meyer und Baran Büyüksahin rückten zwei 18-jährige Youngster aus der eigenen Jugend für Krause und Böhme direkt in die Startformationen. Umso wichtiger daher die Rolle von Routiniers! Dies übernahmen für Krause diesmal also Bilal Ballout und Sven Netzlaff. Beiden kann man in jeder Situation den Ball geben, wenn man nicht weiter weiß. Außerdem sollte Winter-Neuzugang Umut Ataykaya erste "Kabinenluft" mit seiner neuen Mannschaft schnuppern. Bis hierhin - außer Keeper Rudolph und Schulenburg - ausschließlich Offensivspieler! Die Ausrichtung damit klar. Aber nicht genug. Mit Sammy Boel und Janning Dreusicke kamen noch zwei Offensive dazu. Selbstverständlich auch noch Kapitän Leo Clauer, der sich ebenfalls kaum hinten anbinden lässt. Dann also lieber mit Serhat Ataykaya noch einen Defensivspezialisten ins Team nehmen. Und zuletzt kam noch Hendrik Arndt dazu, der mit seinem Spielverständnis bei Bedarf auf allen Positionen einsatzbar wäre und einige Hallentitel und Stadtpokalerfahrungen mitbringt. Fazit: Eine interessante Mischung für den Start plus eine passende "Hinterhand"!

 

"Lasst uns bitte in erster Linie guten Fußball spielen und wie in den letzten Jahren vor voller Hütte gute Werbung in eigener Sache machen. Offensiv, mutig, eingespielt, technisch sauber, mannschaftdienlich, ohne Allüren. Für uns selbst, für unsere Zuschauer und für die gut Stimmung!" Das war die Priorität der Trainer. "Damit wollen wir es trotzdem sportlich mindestens bis ins Halbfinale schaffen! Und dann sehen wir weiter!" Zunächst lieferten die Höllenberger auch perfekt ab. Der Vorjahresfinalist TSV Auetal bekam es zu spüren. Ballout bediente Büyüksahin wie im Training. 1:0. Meyer dann Schulenburg. 2:0. Und schließlich legte Schulenburg noch das 3:0 nach. Doch dann bekam die Formkurve der MTVler einen üblen Knick. Die pure Offensive sorgte für defensive Nachlässigkeiten und für zwei Gegentore, was mit dem 3:2-Endstand das Gesamtbild trübte. Noch schlimmer im zweiten Spiel gegen die SG Elbdeich. Die MTVler ließen zunächst leichtfertig Chancen aus, kassierten aus einer per Absprache unerwünschten Aktion einen Konter zum 0:1 und schließlich ging - außer Pfostentreffern - gar nichts mehr. Was war das denn? Ein Rückschlag zur rechten Zeit oder ein gefährlicher Trend? Entsprechend fiel die Kabinenansprache aus. Genau so würde es eben nicht funktionieren. "Und denkt bitte - neben den Zuschauern - auch an alle Mitspieler, die auf der Tribüne anfeuern und ebenfalls gern spielen würden. Denen kann man so einen Auftritt nicht "verkaufen!" 

 

Ausbaden musste es der Winsener FC in der nächsten Partie. Denn jetzt waren die Luhdorfer voll bei der Sache und brannten ein Feuerwerk ab. Ein Treffer schöner als der nächste. Meyer lupfte das 1:0 ins Tor. Ballout jagte das 2:0 in den Winkel. Dann ein Zauberauftritt von Meyer, der die gesamte FC-Abwehr düpierte und auf kleinster Fläche noch den Keeper ausspielte. Folge: Ein staunendes Raunen auf der Tribüne und den Kommentar von Hallensprecher Jörn Stolle: "Wow, was für ein Treffer. Das ist mal Hallenfußball!" Noch zweimal Büyüksahin sowie Boel nach überragendem Pass von Dreusicke schraubten das Ergebnis noch auf das mit Abstand höchste Tagesergebnis von 6:0 (!) rauf. Dabei hatten die Winsener zuvor und danach durchweg enge Ergebnisse erzielt und das Auftaktspiel gegen Elbdeich sogar gewonnen. Es lag also nicht an einem schlechten Gegner. Und das bestätigten die MTVler auch im abschließenden Gruppenspiel gegen den FC Roddau. Dabei tippte die Luhdorfer Fan-Gemeinde schon auf ein taktisches Ergebnis, um nicht als Gruppensieger auf den Top-Favoriten und Landesligisten SG Scharmbeck-Pattensen zu treffen. Aber "Denkste"! Eine kurze interne Überlegung war dies zwar wert... wurde aber umgehend verworfen. Irgendwann würde man die SG ohnehin schlagen müssen ... oder eben rausfliegen. Dann lieber vorher noch den Gruppensieg holen und im Viertelfinale eine Überraschung versuchen. Zwar kam nun auch die "Hinterhand" zum Einsatz. Arndt und Serhat Ataykaya holten sich Ballkontakte falls spätere Einsätze nötig würden. Spielerisch ging es aber nahtlos weiter. Netzlaff erzielte seinen ersten Turniertreffer zum 1:0 und Dreusicke erhöhte nach idealer Vorarbeit von Ballout auf 2:0. Der FCR kam nur noch zum Anschlusstreffer. Mit dem 2:1 holten sich Clauer & Co. den Gruppensieg und waren "längst noch nicht fertig"! (Teil 2 folgt)               


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