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Stadtpokal 2026 (Teil 2): Heimlicher Gewinner ... die JFV-Jugend!

Nach dem souveränen Gruppensieg waren die Höllenberger "im flow" und trauten sich auch eine offene Partie gegen die Landesliga-Kicker der SG Scharmbeck-Pattensen zu. Schließlich hatte man in der Vorwoche auch gegen den Oberligisten Buchholz 08 bestanden. Den Zuschauern wurde auch schnell deutlich warum. Denn die Luhdorfer versteckten sich gegen den Top-Favoriten keineswegs. Sie stürzten die SG-Auswahl vielmehr von einer Verlegenheit in die nächste. Bald war vom zweifachen Klassenunterschied nichts mehr zu spüren. Es folgten zwei Treffer, die man besser kaum herausspielen konnte. Einen direkten Freistoß vor dem SG-Kasten nutzten die Höllenberger nicht etwa mit einem stumpfen "hau druff", sondern mit einer flinken indirekten Kombination, die Netzlaff aus dem Rückraum einlaufend gekonnt platzierte. Nach diesem 1:0 gab es eine ganze Serie von Großchancen der MTVler. Clauer, Boel, Büyüksahin und Dreusicke scheiterten aus besten Positionen. Die SG handelte sich dann Zeitstrafen ein. Und das nutzte der Kreisliga-Aufsteiger mit einer einstudierten Variante derart sehenswert zum 2:0, dass die SG-Trainer sichtlich bedient waren. Büyüksahin zog seinen Gegenspieler mit. Unauffällig und quasi teilnahmslos schlich sich Netzlaff in den frei werdenden Raum am langen Pfosten. Ballout legte von rechts in den mittigen Rückraum zum schussbereiten Clauer. Der zog aber gar nicht ab, sondern passte überraschend direkt auf Netzlaff, der den perfekten Diagonalpass am zweiten Pfosten völlig blank zum 2:0 vollstrecken durfte. Das sah "easy" aus. Aber frei nach Johann Cruyff gilt: "Fußball spielen ist sehr einfach... aber einfachen Fußball zu spielen ist das Schwierigste überhaupt!". Stimmt! Der "Blau-Weiße" Fan-Block war zurecht "on fire".

 

Diese Spielfreude konnte im Halbfinale auch vom Überraschungsteam des TSV Stelle nicht aufgehalten werden. Mehrfach war der TSV zwar in den letzten Jahren zum "Stolperstein" für die Luhdorfer geworden. Aber das wollten die Höllenberger heute keinesfalls zulassen. Schulenburg platzierte einen direkten Freistoß ansatzlos und fast von der Mittellinie ins kurze Eck und überraschte damit sowohl die TSV-Abwehr als auch den guten Keeper. 1:0. Danach war der MTV-Zug ins Finale nicht mehr aufzuhalten. Netzlaff erhöhte nach feiner Kombination auf 2:0. Boel hob eine Vorarbeit von Umut Ataykaya über den TSV-Keeper zum 3:0 ins Netz. Und schließlich verwandelte Dreusicke im zweiten Versuch eine Vorarbeit von Ballout zum 4:0. Das Ding war natürlich durch, wurde aber in der Schlussminute nochmal kurios. Dreusicke erhielt nach einem Kopfzusammenprall eine Zeitstrafe und kurz darauf geriet MTV-Torwart Rudolph die Kugel außerhalb des Torraums an die Hand, wofür er ebenfalls eine Zeitstrafe erhielt. Nun musste tatsächlich Schulenburg in den Kasten und versuchte mit nur noch zwei Mitspielern den Ehrentreffer des TSV zu verhindern. Das gelang natürlich nicht und der Endstand lautete 4:1. Nach dem 6:0 gegen den Winserer FC in der Gruppenphase war den Luhdorfern auch der zweithöchste Tagessieg gelungen. Mit 17 (!) Toren waren die Blau-Weißen damit das mit Abstand offensivste und torhungrigste Team. 22% - also fast 1/4 (!) - aller Turniertreffer gingen auf das MTV-Konto! Respekt! 

 

Das Tagesziel war erreicht. Das MTV-Team hatte den Zuschauern guten Hallenfußball, viele Tore und Unterhaltung geboten. Und sportlich gelang der erneute Sprung ins Finale. Bei der Ankündigung zum Endspiel stockte der Hallensprecher daher auch ganz kurz: "Los geht´s. Der Titelverteidiger MTV Borstel/Sangenstedt trifft auf den ... hm ... Herausforderer ... oder? ... kann man das so sagen? ... ich glaube schon ... also, den Herausforderer MTV Luhdorf Roydorf." Indirekt ein schönes Lob für die MTVler. Denn es drückte aus, dass die Höllenberger nicht mehr automatisch als Außenseiter betrachtet werden. Das Finale war dann auch von der Spannung und Ausgeglichenheit einem Endspiel würdig. Spielerisch war es allerdings leider arm an Höhepunkten. Beide Teams neutralisierten sich förmlich. Torszenen gab es kaum. Die Borsteler unterbanden zwar den Spielfluss der Luhdorfer effektiv, bekamen aber selbst auch kaum zwingenden Aktionen gespielt. Was fehlte war ein Tor in der frühen Spielphase. Das hätte das Match vermutlich aufgebrochen, was für die spielstarken Höllenberger wohl besser gewesen wäre. So deutete sich Richtung Schlussphase zunehmend an, dass ein einziger "Lucky Punch" die Partie entscheiden würde. Und den setzte dann der Bezirksligist mit einem Nachschuss, nachdem die Luhdorfer zuvor gern ein Foul an Schulenburg an der Bande gepfiffen bekommen hätten. Rudolph parierte zwar das folgende 1:1 ... aber der Abpraller wurde verwandelt. Irgendwie passte der "reingewurschtelte" Treffer zum Spiel. Den letzten kurzen Kampf gegen die Uhr verloren die Blau-Weißen ... und damit auch den Titel.

 

Natürlich hätten auch die Höllenberger den Stadtpokal 2026 im Finale dann doch gern mitgenommen. Als "Verlierer" mussten sie sich aber ganz und gar nicht fühlen. Es gab von allen Seiten viel Lob und Glückwünsche. "Ihr habt klar den attraktivsten Fußball gespielt," war der allgemeine Tenor. Vom furiosen MTV-Block wurde das Team deshalb auch mit viel Applaus verabschiedet. Auch vom Hallensprecher Jörn Stolle gab es bei der Siegerehrung anerkennende Worte für Kapitän Clauer: "Ihr habt echt wieder richtig Spaß gemacht!" Im Fazit kann man sagen: "Verlierer" gab es zwar nicht... dafür aber einen heimlichen Hauptgewinner, nämlich: Die JFV-Jugendarbeit! Nicht nur, dass der Überschuss des Turniers an den JFV Borstel/Luhdorf gehen wird. Der Vorsitzende, Karsten Meyer, dürfte auch sonst überaus zufrieden mit dem Stadtpokal 2026 gewesen sein. Gleich beide Herrenmannschaften seiner Stammvereine dominierten das Turnier eindrucksvoll und im Auftreten in vorbildlicher Art und Weise. Das ist auch wichtig für den Jugendfußball im JFV. Schließlich sollen die langjährig ausgebildeten Jugendfußballern möglichst nicht - wie in der Vergangenheit zu oft geschehen - andere Herrenmannschaften verstärken. Der Stadtpokal 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass JFV-Kicker beim Übergang in den Herrenfußball derzeit beste Bedingungen im eigenen Vereinsumfeld vorfinden. Ob direkt in der Bezirksliga in Borstel oder eben im Herrenkonzept des MTV Luhdorf/Roydorf, das sich auch sportlich auf Grundlage von JFV-Jahrgängen wie 1992, 1995/96, 2000, 2003, 2004, 2005 und nun auch 2007 in letzter Zeit eindrucksvoll entwickelt hat. Daher freut sich auch der Höllenberg schon auf kommende Jahrgänge. Der schicke Fußball der Luhdorfer Auswahl beim Stadtpokal 2026 war beste Werbung dafür!   

 


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Höllenberg 2 

21423 Winsen