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Erst Unterzahl - aber dann 5:1 gegen Nenndorf!

Spiele gegen den TuS Nenndorf veranschaulichen den Weg unseres Kreisligateams in den letzten Jahren so anschaulich wie kaum eine andere Begegnung. Es war der 02.09.2021, 3. Spieltag in der 3. Kreisklasse. Auswärtsspiel unserer neuen "U23" am Vaenser Grund gegen Nenndorf II (also die "Zweite"). Spielertrainer des TuS: Max Schrader. Dreizehn (!) MTV-Spieler von damals stehen auch im Kreisligakader. Das Spiel gewinnen die Nenndorfer mit 3:2. Unser Team war noch "zu Grün". Zeitsprung. Ziemlich genau vor zwei Jahren zu Ostern. Am 01.04.2024. Kreispokalhalbfinale. Erstmals darf unsere junge Mannschaft im Pflichtspiel gegen die "Erste" der Nenndorfer ran. TuS-Trainer: Max Schrader. Sein Team hatte in der Vorsaison nur knapp den Aufstieg in die Bezirksliga verpasst und war klarer Favorit gegen unsere Höllenberger, die sich mittlerweile in der 1. KK mühten. 16 (!) MTVler des damaligen 18er-Kaders stehen noch heute im Aufgebot. Die MTVler waren auf Augenhöhe, gingen zweimal in Führung und kamen erst durch einen unglücklichen Strafstoß auf die Verliererstraße. Am Ende hieß es 2:4. Unser Team war gegen das ausgebuffte Kreisligateam noch etwas "zu Grün". Besonders nervig war die damalige (verständliche) Jubelarie der Gäste, die den Finaleinzug (zu recht) überschwänglich feierten und für ihre Social-Media-Kanäle dann auch ein Jubelfoto vom Höllenberg schossen. "Merken! Foto aufbewahren. Das wollen wir nicht noch mal erleben. Also weiter arbeiten!" Es endstand also immerhin ein wenig Extra-Motivation.  

 

Gegenwart. Zwei Jahre später. 22.03.2026. Heimspiel am Höllenberg. Jetzt ist es ein Kreisligaduell mit dem TuS Nenndorf. Deren Spielertrainer: Max Schrader. Eine Konstante. Genauso wie der Kader der Luhdorfer (wenngleich 10 (!) Ausfälle zu beklagen waren). Vor dem Anpfiff präsentierte Coach Thorsten Hänel das o.g. Jubelfoto in der MTV-Kabine. "Müssen wir noch mehr sagen? Will das heute irgendjemand sehen? Nein? Dann geht raus und zeigt es." Aber auch die Nenndorfer waren zu Spielbeginn erkennbar motiviert. Wie man am Höllenberg wichtige Spiele gewinnt, wussten sie ja (siehe oben). Und tatsächlich erwischten sie einen Traumstart. Nachdem Cedric Schulenburg die erste richtig gute Chance nach einer Ecke in die Arme des Nenndorfer Keepers köpfte, rutschte defensiv ein Ball durch die Verteidigung. Der TuS Stürmer wäre auf Torwart Robin Hoffmann frei durchgelaufen. Außenverteidiger Lennard Gevers hoffte, den enteilten TuS-Kicker noch aufzuhalten. Dieser kam an der Strafraumgrenze zu Fall. Alles irgendwie an der Grenze. Leider entschied der gute Schiedsrichter Beck in allen Grenzbereichen gegen die Höllenberger. Foul im Strafraum. Strafstoß statt Freistoß. Und trotzdem "Notbremse" wegen "Haltens/Stoßen" statt Foul im Kampf um den Ball. Also Platzverweis. Rot für ... Leo Clauer. Was? Wieso das? Es dauert eine ganze Weile und einige Interventionen aller Beteiligten inkl. der Linienrichter bis der Irrtum erkannt war. Es blieb leider bei "Rot" ... aber nun doch für Gevers. Der Elfer wurde auch verwandelt. 0:1 (4.). Also schlimmer kann ein Spiel kaum beginnen. Ein neues "Jubelfoto" der Nenndorfer am Höllenberg wurde realistischer.

 

Doch die Luhdorfer wehrten sich. Die Trainerbank besprach kurz die Optionen, korrigierte dann allerdings die eigene Ausrichtung überraschenderweise nicht. Es wurde nicht - wie oft üblich - ein Stürmer "geopfert", um die verwaiste Verteidigerposition von Gevers mit der Einwechslung eines Abwehrspielers aufzufüllen. Stattdessen wurde Spielgestalter Sven Netzlaff auf die Position verschoben und damit eine Unterzahl im zentralen Mittelfeld in Kauf genommen. Im Ballbesitz sollte Netzlaff trotzdem weiter spielgestaltend ins Zentrum einrücken. Gegen den Ball mussten Marc-André Böhme aus dem offensiven Mittelfeld im Wechsel mit dem überraschend als Mittelstürmer eingesetzten Ole Schmerbitz die Lücken schließen. Insbesondere sollten sie möglichst oft die Passwege zum TuS Mittelfeldmotor Schrader zustellen, um so gefährliche Überzahlsituationen der Gäste zu vermeiden. All dies würde natürlich viel Laufarbeit brauchen. Allerdings - und das war das Ziel - auch für die Nenndorfer, die sich somit nirgends auf der numerischen Überzahl ausruhen konnten. Denn neben drei MTV-Stürmern tauchten auch Clauer und Böhme sowie die Außenverteidiger Schulenburg und Netzlaff ständig mit vorne auf. Die Gäste kamen zunächst noch zu zwei guten Chancen, doch nach etwa 20 Minuten waren die Luhdorfer voll im Spiel angekommen. Der TuS war läuferisch derart gefordert, dass von Überzahl ab der 30. Minuten nichts mehr zu sehen war. Die MTV-Trainer wurden zunehmend zuversichtlich, die Gäste weiter müde zu laufen und später mit eigenen Reserven von der Bank vielleicht das Spiel sogar drehen zu können.

 

Und dann half ein Traumtor noch vor der Pause den MTVlern zusätzlich "in die Spur". Außenverteidiger Schulenburg eroberte den Ball, fand den aufgerückten Netzlaff in der Mitte und startete selbst gleich nach vorne durch. Netzlaff chippte den Ball zielgenau über die Abwehr, wo Schulenburg eingelaufen kam und den Ball volley über dem verdutzten TuS-Keeper im Tor unterbrachte. 1:1 (40.). Dieser Treffer hatte auf beide Teams enorme Wirkung. Ernüchterung beim TuS. Die Höllenberger waren in der Pause hingegen völlig überzeugt, das Spiel zu ziehen. Die Nenndorfer gaben alles, kassierten in der 54. Minuten aber dadurch selbst einen Platzverweis. Die Vorentscheidung. Denn die Luhdorfer waren mit der 10er-Formation längst vertraut, während die Gäste nun ihrerseits erstmal umstellen mussten. Außerdem bekam die ohnehin sichere MTV-Deckung mit Luis Hessenmöller und Serhat Ataykaya nun weniger Gegnerdruck. Nur wenig später lieferte erneut Netzlaff die Vorlage für Kjell Meyer, der zum 2:1 über den Keeper lupfte (60.) Die MTVler konnten jetzt sorglos einige müde Kräfte ersetzen und zulegen. Bilal Ballout kam für Böhme (61.) und später noch Umut Atatkaya für Schmerbitz (74.). Das war nun endgültig zu viel für die Gäste. Kurz darauf erzielte Leo Clauer auf Vorlage von Schulenburg das 3:1 (75.). Verdient. Denn zuvor hatten er und auch Baran Bayüksahin schon zwei riesen Chancen vergeben. Zwischenzeitlich kamen mit Marvin Bodenstein und Marcel Heinrich zwei frische Verteidiger (82.). In der Schlussphase zeigten Umut Ataykaya und Kjell Meyer noch zweimal Spielverständnis und Abschlusspräzision. Meyer verwertete die Vorlagen jeweils sicher zum Endstand von 5:1 (81. / 89.).  Unsere "U23" von damals hat also natürlich die nötige Zeit gebraucht ... aber es hat sich gelohnt! Diesmal war das MTV-Team nicht mehr "zu Grün".        


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