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Am Höllenberg unbezwungen - aber leider nur ein Punkt.

Nach der Auftaktniederlage zum Rückrundenstart in Holvede haben unsere Kreisliganeulinge erneut zu einer kleinen Serie angesetzt. Drei ungeschlagene Spiele waren es ja schon wieder. Und auch der FC Rosengarten konnte am Höllenberg keinen Sieg einfahren. Trotzdem erlebten unsere Aufsteiger eine kleine Zäsur: Erstmals in dieser Saison trat ein etablierter Kreisligist als Gästemannschaft mit dem erkennbaren Hauptaugenmerk der Torvermeidung an. Mit Blick auf die Tabelle verständlich, aber "Gift" für ein ansehnliches Spiel. Es war nicht so, dass die MTV-Coaches die Defensivausrichtung der Gäste überrascht hätte und die Mannschaft in der Theorie nicht darauf vorbereitet hatten. Und doch ist es dann etwas anderes, wenn man sich vom Anstoß weg tatsächlich dem déja-vu vergangen geglaubter Tage in den Gefilden der unteren Kreisklassen gegenüber sieht. Zumal man noch weiß, dass dies auch nicht immer gut gegangen ist. Fast schon legendär darunter der Auftritt unserer MTVler am 04. Mai 2022 beim FC Rosengarten IV (in Worten: VIER). Der Viertvertretung des FCR gelang damals das Kunststück, quasi in einem 8-1-1-System und nur einem Konter mit 1:0 zu gewinnen. Fast alle Spieler unseres heutigen Kreisligakaders waren schon dabei. Und hätte damals jemand behauptet, dass man sich nur vier Jahre später in ähnlicher Form mit der "Ersten" Mannschaft des gleichen Vereins in der Kreisliga messen würde ... dem hätte man vermutlich einen volltrunkenen Zustand unterstellt.

 

Aber nun war es so. Und das stand spätestens mit dem Anstoß augenfällig fest. Der FCR hatte nämlich seine Personalie mit der ausgeprägtesten Spielmacherqualität in die Abwehrkette beordert. Daneben und davor dicht gestaffelte Defensivformationen. Zum Spiel selbst ist daher gar nicht viel zu berichten. Die Partie erreichte nie Kreisliganiveau und war insgesamt arm an Höhepunkten. Das lag auch daran, weil es die Höllenberger nicht einsahen, die Türen für einen Konter-Rückstand allzu weit zu öffnen. Denn wenn das damals schon der Viertvertretung der Gäste gelungen war, so würde dies den deutlich schnelleren FC-Kickern der 1. Mannschaft natürlich umso mehr zuzutrauen sein. Deren Ansatz war auch erkennbar, aber letztlich fing die Restverteidigung der Heimelf um Cedric Schulenburg die Bemühungen meistens ab, bevor das Tor von Niklas Rudolph überhaupt ernsthaft bedroht werden konnte. Umgekehrt nahmen die Höllenberger zwar mit viel Ballbesitz das Heft in die Hand und versuchten eine spielerische Linie zu finden. Aber mit der Durchschlagskraft haperte es und die massive und engagierte Defensivtaktik der Gäste hielt gut. Bis ... ja bis es gegen Ende der ersten Halbzeit zu zwei sehr guten Gelegenheiten kam. Insbesondere die riesen Kopfballchance des freistehenden Kjell Meyer hätte die Führung bedeuten sollen. Doch der Ball ging knapp d´rüber. Mit einer MTV-Führung wäre die Partie sicherlich aufgebrochen worden. So ging es mit 0:0 in die Pause.

 

Mit Wiederanpfiff hatten die Gäste dann ihre beste Phase und wagten sich selbst weiter vor, kamen zu mehreren Eckbällen und größeren Spielanteilen. Zwangsläufig kam es auch zur besten Chance des FCR, als der Stürmer eine Hereingabe nur haarscharf verpasste. Das weckte umgehend die Lebensgeister der Gastgeber und nach einer Stunde schienen die MTVler soweit zu sein, die FCR-Defensive zu knacken. Doch dann entschied exakt die 60. Spielminute faktisch über den weiteren Verlauf der Partie. Da liefen nämlich leider gleich zwei potenziell spielentscheidende Szenen gegen die Luhdorfer. Zunächst führte ein Eckball zur größten Chance des Spiels. Leo Clauer war einschussbereit und verwandelt ähnliche Situationen in aller Regel mit geschlossenen Augen. Doch diesmal geriet der Abschluss zu frontal und prallte am FC-Keeper ab. Und es kam noch schlimmer: Die Aktion wollten die Gäste gleich zum Kontern nutzen. Doch Bilal Ballout war aufmerksam und fing den Ball ab. Leider fiel er anschließend dabei schwer auf die Schulter. Jedem Anwesenden war in dem Moment klar, dass dies eine schwerere Verletzung nach sich gezogen hatte. Und mit Ankunft des Krankenwagens hatten die Höllenberger also nicht nur die Führung verpasst, sondern mussten auch ihre zentrale Mittelfeldbesetzung sprengen. Da auf der Bank die bei diesem Spielverlauf potenziellen Alternativen wie Janning Dreusicke oder Hendrik Arndt fehlten, mussten die MTV-Coaches umstellen. Sven Netzlaff nahm die Position von Ballout ein.

 

Da mit Lennard Gevers und Henri Manewald aber auch eingespielte Alternativen für den nun vakanten Posten auf rechts fehlten, kam Neuzugang Marcel Heinrich zu seinem ersten längeren Einsatz. Defensiv klappte das auch alles schon prima. Es wirkte fortan sogar fast noch stabiler, weil auch Serhat Ataykaya und Jannik Pahl gar nicht mehr zu überwinden waren. Trotzdem hatte die halbstündige Spielpause den MTVlern für das eigene Offensivspiel nicht gut getan. Irgendwie auch verständlich mit der verpassten Führung und der schweren Verletzung des Mitspielers in den Knochen. Die Luhdorfer agierten ungewohnt fahrig. Jeder war bemüht die Lücke in der FCR-Deckung zu finden und versuchte es zu zwingen. Die große Linie und - vor allem - die eigenen Abläufe gingen verloren oder wurden nicht beachtet. Die Trainer versuchten es mit Personalwechseln. Für die glücklosen Baran Büyüksahin, Marc-André Böhme und Ole Schmerbitz sollten nun Felix Köppe, Aaron Dronka und Marvin Bodenstein für zwingende Akzente sorgen. Doch was in vielen Spielen zuvor oft gelang, war diesmal kein Faktor. Alle drei Wechsel verpufften bzw. ließen sich ins ohnehin zerfahrene Spiel hineinziehen. Das war´s. 0:0. Sorry für die Zuschauer. Aber immerhin können die MTVler - im Gegensatz zu 2022 - für sich verbuchen, zumindest nicht in einen Konter und ein blödes Gegentor gelaufen zu sein. Somit bleibt der Höllenberg in dieser Saison weiter  unbezwungen und ein Punkt muss dann eben auch mal reichen.         


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