Das ging dann mal voll daneben. Das Spitzenspiel gegen den designierten Meister FC Este 2012 war - zumindest an diesem Tag - für uns nicht zugewinnen. Das legte der Spielverlauf gleich in der Anfangsphase fest. Das Spiel war kaum angepfiffen, da versprang im Spielaufbau der Ball und die Gäste nutzten dies eiskalt zur 1:0-Führung. Das durchkreuzte natürlich sofort den eigenen Spielplan. Trotzdem blieb das MTV-Team bei seinem Vorhaben mit offenem Visier mitzuspielen und hatten dafür auch eine entsprechend mutige Aufstellung gewählt. Die Moisburger hatten nun allerdings die bestdenkbarsten Voraussetzungen. Der Punktevorsprung war ohnehin schon groß und nun führte man auch gleich. Fast hätten sie sofort das 0:2 nachgeschoben. Doch Keeper Niklas Rudolph rettete aus kurzer Entfernung bravourös. Aber es kam trotzdem noch schlimmer. Just als die Höllenberger sich besser ins Spiel gebracht und auch erste Abschlüsse verzeichnet hatten unterlief ihnen ein sehr unglückliches Eigentor (20.). Zudem liefen die Gäste immer wieder gefährliche schnelle Gegenstöße. Aber es würde nun auch nichts bringen, sich zur Schadensbegrenzung zurückfallen zu lassen. Vielmehr bemühten sich die Gastgeber weiter um eine schnelle Ergebnisverbesserung und fanden durchaus eigene Mittel, um das Spiel zu gestalten. So war es Kjell Meyer, der nach einem schönen Doppelpass frei vor dem FC-Keeper auftauchte und nur hauchdünn einen MTV-Treffer verpasste.
Und was passierte danach? Genau..., die Gäste machten es im Gegenzug erneut effizienter (38.) und erhöhten nach einem Ballverlust im Spielaufbau sogar noch vor der Pause auf 0:4 (43.). Klar, das Spiel war durch. Und eigentlich möchte man sich als Spieler nur noch eingraben anstatt weitere 45 Minuten zu spielen. Es wirkte in der Sache irgendwie vergleichbar zum WM-Halbfinale 2014 Deutschland-Brasilien (7:1). Bei Este klappte einfach alles und bei den Höllenberger so gut wie nichts. Doch gerade dann kommt es darauf an, sich auch in der Niederlage vernünftig zu präsentieren und sich als Team zu wehren. Das war die klare Vorgabe für die zweite Hälfte. Und insofern wollte man auch selbst weiter um Ergebniskorrektur mitspielen. "Lasst uns zu unserem Spiel finden und versuchen, trotz allem die zweite Halbzeit zu gewinnen!" Und tatsächlich kamen die Luhdorfer besser und klarer aus der Pause. Der Ball lief besser und man erreichte gute Ballbesitzanteile. Und wurde dafür auch belohnt. Eine Ecke sprang einem Gästespieler an die Hand und Leo Clauer verwandelte den fälligen Elfer zum 1:4 (53.). Das war doch schon mal gut. Und hätte auch noch deutlich besser werden können. Denn tatsächlich erzielte Kjell Meyer mit einem schönen Schlenzer in den Winkel einen weiteren Treffer (68.). Und wäre dies das 2:4 gewesen.... man kann nie wissen, ob das Match nicht plötzlich noch eine besondere Eigendynamik bekommen hätte.
Doch, natürlich, hatten die Gäste nach dem 1:4 von Clauer prompt einen Kopfballtreffer erzielt. Das war in dieser Phase besonders ärgerlich und auch vom Trefferbild völlig leicht vermeidbar. Also stand es 1:5 (57.) und der schöne Treffer von Meyer war nur Kosmetik zum 2:5. Schön anzuschauen war das Tor dennoch. Danach wurde das Match zunächst ruhiger mit kleineren Chancen auf beiden Seiten und einigen Wechseln. Doch in der Schlussphase und nachlassenden Kräften mussten die Höllenberger doch noch zwei weitere Treffer schlucken (83. / 89.). So ging es 2014 auch den Brasilianern. Letztlich ist es sportlich natürlich völlig unerheblich. Und trotzdem nervig, weil ein 2:7 als Endergebnis ziemlich schlimm aussieht. Und auch wenn es die Gäste anders sehen mögen... das war klar zu hoch. Denn gerade in der zweiten Hälfte hatten sich die Gastgeber gut gewehrt und weiter engagiert nach vorne gespielt. Da mussten die beiden letzten "Duseltore" nun wirklich nicht mehr sein. So steht am Ende eine heftige 2:7-Abreibung. Damit muss man leben. Die Coaches konnten dies auch gut einordnen: "Wir sind Aufsteiger und spielen eine prima Saison. Den logischen Entwicklungsschritt, einfach nur die Kreisligatauglichkeit zu beweisen, hat das Team deutlich übersprungen. Wenn es jetzt gegen einen stark besetzten Meisterfavoriten mal einen empfindlichen Dämpfer gibt, dann ist das sicher kein Beinbruch und kann - im Gegenteil - sehr gesund sein." Nun gilt es erstmal, dies gut aufzuarbeiten und Schlüsse zu ziehen. Und dann steht auch einem weiteren Entwicklungsschritt der Mannschaft nichts entgegen.
