Es geht auf die Ziellinie der Saison 2025/26. Insbesondere um die Bezirksligaplätze tobt ein heftiger Wettstreit. Und unsere Kreisliga-Frischlinge sind plötzlich "mittendrin"! Dazu hat das Team am vergangenen Donnerstag selbst beigetragen, indem das Spitzenspiel beim VfL Maschen mit 2:1 gewonnen wurde. Dies war zugleich der erste Saisonsieg gegen ein Top-5-Team der Liga. Zuvor gab es gegen den Meister FC Este (0:2, 2:7), dem TSV Winsen (2:2) sowie dem TSV Heidenau (1:1, 0:0) keine "Dreier". Umso erfreulicher, dass dies im Nachholspiel am Maschener Kreuz erstmals geklappt hat. Noch dazu nach einem frühen und langen 0:1 Rückstand. Gerade in der ersten Halbzeit hatte die Arndt/Hänel-Elf den Auftritt der Gastgeber doch deutlich offensiver erwartet. Stattdessen sahen sich die Höllenberger überwiegend langen Bällen und schnellen Kontern ausgesetzt. Nach dem 0:1 war es Keeper Niklas Rudolph zu verdanken, dass der VfL nicht sogar noch erhöhen konnte. Der Umschwung begann aber sichtbar etwa ab der 30. Minuten und kam von der Bank. Zunächst war die Einwechslung von Luis Hessenmöller der passende Schlüssel für defensive Stabilität. Bis auf einen Fernschuss in der zweiten Hälfte blieben die Maschener Spitzen fortan weitgehend stumpf. Offensiv brachte schließlich die Einwechslung von Routinier Sascha Krause die entscheidende Durchschlagskraft. Zunächst ließ sich ein VfL-Verteidiger dazu hinreißen, ihn in eigentlich ungefährlicher Position am Strafraumeck umzustoßen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Leo Clauer zum Ausgleich (75.). Dass die Luhdorfer fortan nicht nur das Remis mitnehmen wollten, sondern mutig nachsetzten, wurde belohnt. Ein guter Abschluss von Clauer wurde geblockt und konnte vom Gastgeber nicht entscheidend geklärt werden. Die Kugel fiel Krause vor die Füße und der wusste nach eigenen Worten schon in dem Moment genau, was er zu tun hatte. Aus rund 10 Metern halblinks nahm er das Leder mit vollem Risiko und platzierte es mit links unhaltbar ins Netz (86.). Die kurze Schlussoffensive der Gastgeber bekam keine entscheidenden Aktionen mehr und die MTVler konnten das 2:1 "nach Hause" bringen (ausführlicher Bericht jetzt hier unter News/Berichte). Damit schaffen Netzlaff & Co. erstmals ein kleines Polster von vier Punkten auf die Favoriten und engsten Verfolger. So ein wenig kann man sich da schon die Augen reiben. Denn der kleiner Aufsteiger MTV Luhdorf/Roydorf lässt sich nicht abschütteln, sondern bleibt "mittendrin"! Und das mit seinem jungen Kader, der vor wenigen Jahren in der 3. Kreisklasse begann und der nur mit viel Mühe im letzten Sommer überhaupt den Sprung in die Kreisliga geschafft hatte. Viele prophezeiten dem Team den sofortigen Wiederabstieg. Kapitän Leo Clauer hielt allerdings dagegen und bot Skeptikern eine mutige Wette an: "Wir schaffen auf Anhieb Top 5!". Mit "Lächerlich! Niemals!" fand er wohl einige Wettgegner. Der Saisonstart brachte dann erste bemerkenswerte Ergebnisse. "Naja, Eintagsfliegen wegen der Aufstiegseuphorie." Tatsächlich gab es auch Rückschläge und Niederlage. Doch so richtig ließ sich der Aufsteiger bis zur Winterpause nicht aus der Spitzengruppe entfernen. Der Fußballdienst Landkreisfußball schrieb: "Für einen Aufsteiger ist das eine bemerkenswerte Saison, auch wenn die Leistungen zuletzt schwankten." Das stimmte. Trotzdem reichte die Punktausbeute weiter für Platz 2. Zumindest optisch. "Ja, aber Maschen hat vier Spiele weniger und die werden noch locker vorbeiziehen. Der TSV Winsen sowieso. Vielleicht auch Heidenau." Stimmt, damit war zu rechnen. Doch nach dem Match in Maschen hat sich etwas verändert. Zum ersten Mal stehen die Höllenberger regulär auf dem zweiten Tabellenplatz und haben den weiteren Saisonverlauf plötzlich selbst in der Hand. Während langjährige Spitzenteams des Landkreises wie Eintracht Elbmarsch, TV Meckelfeld oder der MTV Borstel/Sangenstedt derzeit heftig um den Verbleib in der Bezirksliga bangen, könnten die Luhdorfer stattdessen eine aktive Rolle im Aufstiegsrennen einnehmen. Also, allein das ist dann schon eine faustdicke Überraschung. Entsprechend entspannt gehen Krause & Co. die nächsten Aufgaben an. Man hat ja rein gar nichts zu verlieren. "Unsere junge Mannschaft wird die Erfahrung dieser spannenden Situation in jedem Fall voranbringen. Darüber hinaus werden wir einfach sehen, was geht," meint das MTV-Trainergespann. Zumindest ein Sieger dürfte feststehen: Kapitän Clauer wird seine Wette/n sicher gewinnen (siehe oben). Wer hätte das vor der Saison gedacht?
