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Spitzenduell nach Rückstand auf 2:1 gedreht!

Mit dem Nachholspiel beim VfL Maschen sollte die Saison 2025/26 nun also auf die Zielgerade einbiegen und für unsere MTVler weiter bis zum Ende spannend bleiben. Denn mit diesem Spiel wurde auch das Tabellenbild begradigt. Lange Zeit hatte der VfL Maschen vier Spiele weniger auf dem Konto. Bei erfolgreicher Gestaltung konnten sich die Maschener lange als heimlicher Tabellenführer betrachten. Mindestens aber als sicherer Zweiter. Doch in den letzten Wochen bekamen die VfLler eine überraschende Ergebniskrise. Statt eines satten Vorsprungs schloss man nur knapp zu den Höllenbergern auf. Allerdings nur, wenn man das direkte Duell im Nachholspiel gewinnen würde. Die Höllenberger hatten sich von der 2:7-Klatsche gegen den Meister von der Este gut erholt gezeigt und mit einem 3:1 in Welle den knappen Vorsprung auf die Maschener verteidigt. Daher verzichteten die Coaches auf größere Veränderungen in der Startelf. So blieb nach abgesessener Gelbsperre auch Routinier Sascha Krause zunächst in Reserve. Es gab nur zwei Wechsel. Da Henri Manewald sich in Welle verletzt hatte kam der 2007er Baran Büyüksahin wieder in die Elf. Sein Alterskollege Aaron Dronka ging dafür eine Position zurück in die Abwehrlinie. Viel Vertrauen für die U19-Youngster. Außerdem ersetzte der erfahrene Serhat Ataykaya überraschend Luis Hessenmöller. Diese Entscheidung folgte einer Einschätzung der MTV-Trainer über die VfL-Ausrichtung, die sich allerdings als grundfalsch herausstellen sollte.

 

Die Gastgeber mussten eigentlich dringend gewinnen. Noch dazu im Heimspiel. Da lag es sehr nahe anzunehmen, dass sie auch entsprechend offensiv und druckvoll agieren würden. Dies hatte man auch bei diversen Spielbeobachtungen so wahrgenommen. Zumal die VfLler dafür auch richtig starke Knipser plus schnelle Flügelspieler in ihren Reihen haben. Vor diesem Hintergrund könnte eher Ataykaya die passende Besetzung für enge Strafraumsituationen sein. Doch da lag eine Fehleinschätzung über die Spielausrichtung der Gastgeber vor. Denn Maschen agierte von Beginn an zurückhaltender als erwartet. Die Spieleröffnung bestand nahezu ausschließlich aus langen Bällen der eigenen Abwehr. Oft diagonal und sehr oft sogar vom eigenen Keeper ausgeführt, der dies sehr präzise erledigte. Daraus entstand zwar kaum Gefahr, weil gerade die kopfballstarken Marcel Heinrich und Cedric Schulenburg das meiste abfingen. Aber dann. Denn die Gastgeber lauerten sehr aufmerksam ab Höhe der Mittellinie auf MTV-Fehler. Und die passierten in der Anfangsphase reichlich. Dann schalteten die Blau-Gelben blitzschnell um. Ataykaya musste schon nach vier Minuten eingreifen und die gelbe Karte ziehen. Gefährlich. Denn der abgebrühte VfL-Torjäger wusste nun genau, was er zu tun hatte und zwang Ataykaya ständig in weitere enge Aktionen hinein. Und er hatte Erfolg damit. In der 12. Minute brach er durch - weil auch noch Schulenburg auf der Hoppelwiese der Ball versprang - und netzte eiskalt. 0:1 (12.). Mist.

 

Kurz darauf entwischte der VfL-Stürmer erneut. Ataykaya konnte wegen Gelb-Rot-Gefahr nicht eingreifen und musste ihn laufen lassen. Gut so, denn Keeper Niklas Rudolph parierte glänzend und verhinderte das 0:2. Auf der anderen Seite war auch Kjell Meyer, der dritte U19-Kicker in der Startelf, einmal frei vor dem Maschener Gehäuse aufgetaucht. Doch der Keeper fischte ihm die Kugel noch vom Fuß. Insgesamt aber wackelte das MTV-Gebilde ziemlich. In der ursprünglichen Ausrichtung würde das so nicht lange gut gehen. Die Lösung kam von der Bank und hieß Luis Hessenmöller. Sein Spiel und Antritt müsste die Konterattacken der Gastgeber besser einfangen können. Der Gedanke ging auf. Quasi vom Moment seiner Einwechslung ab der 30. Minute war den gefährlichen Angriffen der VfL-Kicker der Stecker gezogen. Bis auf einen Volley-Fernschuß in der zweiten Hälfte ließ die MTV-Abwehr faktisch nichts mehr zu und die Luhdorfer übernahmen zusehends das Spielgeschehen. Bis zur Halbzeit noch ohne Durchschlagskraft. In der Pause stellten sich die Höllenberger neu ein. Team und Trainer waren sich einig, dass sich insbesondere das eigene Selbstverständnis ändern sollte. Vor dem Spiel hätte man vielleicht noch mit einer knappen Niederlage oder einem Unentschieden gegen den Favoriten leben können. "Aber, hey, das stellt sich hier doch jetzt ganz anders dar. Ehrlich, Leute, selbst als Aufsteiger ... das dürfen wir heute hier nie im Leben verlieren. Nehmt es in die Hand, spielt auf den Dreier!" 

 

Die Umsetzung sah zunächst weiter nicht zählbar gefährlich aus. Aber die Spielanteile wurden immer höher. Außerdem schienen die Beine der schnellen Maschener Sprinter nach den vielen langen Bällen schwerer zu werden. Alle MTVler bekamen mehr Platz und die VfL-Defensive wurde scheinbar müder. Zeit, um in dieser Phase einfach mal einen Joker zu ziehen. In der 65. wurde also "Oldie" Krause für den fleißigen aber glücklosen Janning Dreusicke eingewechselt. Er besetzte das Sturmzentrum, während sich Meyer auf die Außenposition absetzte. Zunächst schien dies keine große Wirkung zu haben. Allerdings ging bei den Gastgebern wenig voran. Tobias Engel, Sven Netzlaff und Leo Clauer gelangen die Balleroberungen im Zentrum immer höher in der Maschener Hälfte. Prompt ließ sich ein VfL-Verteidiger hinreißen und stieß Krause am Strafraumeck stumpf um. Strafstoß. Clauer verwandelte zum 1:1 (75.). Die Gunst der Stunde nutzen und nachsetzen oder den Punkt mitnehmen? Die Antwort gaben die MTVler zehn Minuten später. Meyer setzte sich rechts prima durch und gab den Ball zu Clauer, der sofort abzog. Sein gut gezielter Schuss hätte den Weg ins Netz gefunden, aber ein VfLler kam noch dazwischen. Maschen bekam den Ball jedoch nicht weg. Dieser landete etwa am Elfmeterpunkt bei Netzlaff, der in Bedrängnis nach halblinks verlängerte. Ein Abwehrbein kam zwar dazwischen konnte aber nicht klären. Über diesen Umweg kam die Kugel zum völlig blanken Krause, der nicht fackelte, sondern mit all seiner Erfahrung den Ball per direkter Linksabnahme ins Netz drosch. 2:1 (86.). Spiel gedreht. Eine kurze Schlussoffensive war noch zu überstehen. Das gelang schadlos und der Auswärtssieg war geschafft. Spielerisch war da sicher viel Luft nach oben. Egal. Spannend war es.             


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