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Über Over mit 6:1 ins Halbfinale!

Im Viertelfinale des Pokals ging es nun nach Over. Die Personalbesetzung war entspannter als vergangenen Sonntag; wenngleich Kapitän Leo Clauer, Sammy Boel, Steve Schmidt oder Marius Koch weiterhin fehlten. Die Trainer wählten für das Spiel eine sicher nicht erwartete Startaufstellung. Die Überlegung war, weiterhin für möglichst viel Spielpraxis im gesamten Kader zu sorgen bzw. bei dem einen oder anderen Spieler einen etwaigen Trainingsrückstand in dieser Saisonphase mit viel Spielzeit zu kompensieren. Insofern wurde mächtig rotiert. Die größte Überraschung war sicherlich der Startelfeinsatz von Jakob Totschnig im zentralen Mittelfeld. Daneben postierte sich erneut das Duo Netzlaff/Arndt. Die drei zusammen zweifellos die sprintschwächste Mittelfeldvariante der Mannschaft ... aber eben auch eine überaus ballsichere und spielintelligente Lösung. Dass der Fitnesszustand von Totschnig nicht für 90 Minuten reicht war klar. Aber endlich machte mal das Knie keine "Mucken" ... UND, dass er in Over quasi "Heimrecht" hat, sollte ihn natürlich zusätzlich motivieren.

 

Und so kam es, dass eben jener "Overaner", der schon in der Jugend zum JFV nach Luhdorf wechselte, bereits in der vierten Minute aus 25 Metern zentral mit links abzog und die Kugel mit Wucht und Präzision unter die Latte drosch. 1:0. Ein typischer Totschnig-Treffer. Die Wahl hatte sich schon mal bezahlt gemacht. Der Ball lief anschließend meistens ganz gefällig. Die Defensive hatte gute Kontrolle und daraus resultierten regelmäßig weitere Torannäherungen. Insbesondere auf der rechten Seite schob Lennard Gevers häufig gut an. Das 2:0 kam dagegen über links, von wo Henri Manewald den Ball servierte und Joshua Weseloh vor dem Keeper an den Ball kam (25.). Over bemühte sich, mit offenem Visier mitzuspielen, erlangte aber kaum Torgefahr. Jedoch machten einige Standardsituationen etwas Wirbel vor dem Luhdorfer Tor. Noch vor der Pause legten die MTVler aber zum 3:0 nach und sorgten für eine Vorentscheidung. Manewald setzte gut nach und wurde angeschossen. Der Ball wurde gefährlich und landete am Pfosten. Jannis Jobmann hatte schnell geschaltet und servierte postwendend wieder vor das Tor, wo erneut Joshua Weseloh vollendete.

 

Zur Halbzeit kam Sascha Krause nach Verletzungspause ins Spiel. Außerdem gab es das Debüt des aktuell jüngsten Herrenspieler des MTV: Malte Engel, Jahrgang 2004, könnte noch U19 spielen und wechselte planmäßig ins Torgehäuse wo er den sicheren Niklas Rudolph ablöste. Das erste Herrenspiel. Natürlich mit etwas Nervosität und natürlich auch mit leichten Abstimmungsschwierigkeiten im Defensivverbund. Logisch, beim ersten Mal. Aber das war nicht der Grund, dass nach einer Stunde die Gastgeber auf 1:3 verkürzen konnten. Vielmehr machten die Luhdorfer in Anbetracht des Spielstandes alle etwas weniger und alles etwas langsamer, etwas unabgestimmter, etwas unpräziser. Funktioniert nicht und passt auch nicht zur Spielanlage der Mannschaft. Gut, dass die Gastgeber nicht eine gute Freistoßsituation nutzten, was den Spielstand noch weiter verkürzt hätte. Anschließend hatte aber auch Engel gut ins Spiel gefunden und entschärfte Torsituationen der Overaner zusehends beherzter. Gut so. Und so schaltete ab der 65. Minuten auch das Spielgeschehen in der Offensive wieder deutlich hoch. Ein öffnender Pass von Krause ließ Marc-André Böhme "auf und davon" kommen. Seine Querablage kurz vor dem Keeper brachte Weseloh trocken über die Linie.

 

Zwischenzeitlich war auch Janning Dreusicke im Spiel. Außerdem tauschten Rechtsverteidiger Serhat Ataykaya und Sven Netzlaff die Positionen und Lukas Blödorn ersetzte Hendrik Arndt. Dem hatten die Gastgeber verständlicherweise bei dem Spielstand nichts mehr entgegen zu setzen. Zumal Luis Wedemeier und Interims-Kapitän Luis Hessenmöller in der Innenverteidigung faktisch nicht zu überwinden waren. So gab es dann noch ein "Schmankerl" für die vielen mitgereisten Luhdorfer Zuschauer. Der TSV-Keeper leistete sich zum wiederholten Male eine optimistisch hohe Position, Krause erfasste dies und schlenzte den Ball aus großer Distanz ins Tor. Zucker! Ansonsten ließen die Gäste jetzt Chancen im Minutentakt großzügig liegen. Einmal jedoch wurde Sturmführer Weseloh einschussbereit im Strafraum gefällt und der sehr gute Schiedsrichter Blunk hatte keine andere Wahl als den Elfmeterpfiff. Krause verwandelte sicher zum 6:1-Endstand. Einiges ist anzusprechen. Vieles war aber auch aufgegangen. Oder wie anschließend Zuschauer und Großvater Weseloh erfreut feststellte: "So viel Einsatzzeit gab es für die bei der U19 nicht!". Unter dem Strich steht der erneute Einzug ins Pokalhalbfinale und damit weiter die Chance, den Titel zu verteidigen. Bleibt abzuwarten, wer als Gegner zugelost wird. Einige spannende Partien sind im Lostopf. Am Sonntag geht es aber zunächst mit einem Liga-Heimspiel gegen den TSV Stelle weiter. Anstoß: 15-00 Uhr auf dem Höllenberg.