Die Höllenberger schnuppern an der Sensation und sind d´rauf und dran als Aufsteiger die Vize-Meisterschaft und damit den Relegationsplatz zu erreichen. Um die Verfolger nicht wieder aufschließen zu lassen, musste man aber selber weiter Punkten. Also am besten auch im dritten Auswärtsspiel in Folge. Und gerade in Toppenstedt ist der TSV Auetal eine "harte Nuss". Die Konkurrenz wird sich Hoffnungen auf einen Ausrutscher der Höllenberger gemacht haben. Umso gewissenhafter gingen die Luhdorfer die Trainingswoche an, um sich auf die gefährliche Spielweise der Gastgeber einzustellen. Denn diese überlassen dem Gegner gern den Ball, verteidigen tief und können mit ihrem "10er" ein überragendes Konterspiel aufziehen. Unerwartet hatte aber der VfL Maschen vergangener Woche ziemlich ähnlich agiert. In sich logisch sah Plan A der Startelf daher keine Veränderungen zum Auftritt in Maschen vor. Allerdings war Luis Hessenmöller leicht angeschlagen. Da zudem Alternativen wie Serhat Ataykaya (krank) oder Marvin Bodenstein nicht zur Verfügung standen, wäre Plan B auch ok gewesen. Dafür wäre Lennard Gevers auf seine Lieblingsposition ins Team und Neuzugang Marcel Heinrich in die Innenverteidigung gerückt. Aber Physio Lisa Sauer bekam Hessenmöller einsatzfähig und so konnten die MTVler trotz weiterer Ausfälle wie Henri Manewald, Hendrik Arndt, Kjell Harden oder Langzeitausfall Sammy Boel eine starke Reserve auf der Bank bereithalten. Und das sollte auch nötig werden.... .
Für den ersten Beleg ihres Spielplans sorgten die Toppenstedter. Denn ein überragender tiefer Ball fand den flinken Stürmer und der lief frei auf Keeper Niklas Rudolph zu. Doch der TSVler verzog über das Gehäuse. Von dem Moment an hatten die Luhdorfer genau verstanden, wovor die Coaches über die ganze Woche gewarnt hatten. Und tatsächlich gelang es der MTV-Defensive über die weitere Spieldauer, genau diese Stärke der Gastgeber vollständig auszuschalten. Tobias Engel erledigte die ihm gestellte Aufgabe fortan effektiv und gewissenhaft. Das erleichterte es Hessenmöller und Cedric Schulenburg in der Innenverteidigung die Lücken schnell zu schließen und die Stürmer zügig abzulaufen. Auf den Außenposition hatten Heinrich und Aaron Dronka deutlich weniger Gegnerdruck und schalteten sich in die eigenen Angriff ein. Das sorgte dafür, dass auf den Flügeln trotz der tiefstehenden Gäste regelmäßig kurze Überzahlsituationen entstehen konnten. Und genau das bespielten die Gäste ab der 20. Minuten geschickt und konsequent. Abwechselnd spielten sie den Spielaufbau über die eigenen Innenverteidiger, über einen zentralen Mittelfeldspieler oder auch durch präzise Diagonalbälle von Keeper Rudolph. Dazu rückten die MTVler dann sehr hoch in die gegnerische Hälfte und schnappten sich spätestens die "zweiten Bälle". Der Druck wurde größer und nach einer halben Stunde lag die Führung in der Luft. Sven Netzlaff und Janning Dreusicke scheiterten am Torwart. Schulenburg per Kopf an der Latte.
Aber dann misslang dem TSV der Spielaufbau. Netzlaff hatte den Pass ins Zentrum gerochen, fing den Ball ab und spielte sofort konzentriert den startenden Leo Clauer frei. Ein feiner "letzter Pass", den sich der Kapitano nicht entgehen ließ. Über halbrechts gelang ihm die Ballmitnahme prima und sein Abschluss in die lange Ecke war präzise und unhaltbar. 1:0 (36.). Eine wichtige und verdiente Führung, die bis zur Pause hielt. Zur zweiten Hälfte wollten die MTVler aktiv bleiben und die TSV-Abwehr weiter fordern. Dazu kam nun wie in Maschen Routinier Sascha Krause in die Partie. Mit Kjell Meyer und Baran Büyüksahin sollten die Flügel noch aktiver eingesetzt werden. Doch leider verletzte sich Engel in der Anfangsphase der 2. Halbzeit und die Höllenberger mussten umstellen. Nach längerem Auslandsaufenthalt war Marc-André Böhme erstmals wieder im Kader und kam nun überraschend zum Einsatz, da er für die nun benötigte "Stellenbeschreibung" die richtigen Voraussetzungen mitbrachte. Das klappte auch gut und er führte sich mit einer Großchance prima ein, scheiterte aber am TSV-Keeper. Doch leider führten die Umstellungen gegen den Ball nicht zu gewünschten Effekten. Für rund 10 Minuten ging der Zugriff im zentralen Mittelfeld verloren, weil Netzlaff und Clauer erstmal die richtige Abstimmung finden musste. Genau in dieser Phase hatten die Toppenstedter die "Monsterchance" zum Ausgleich. Das Tor war bereits leer. Der Ball nur rund 50 cm vor der Torlinie und lag frei zum einköpfen. Der Stürmer brachte jedoch das Kunststück fertig, nur die Latte zu treffen. Das war knapp.
Kurz darauf hatten sich die Höllenberger aber wieder gefangen und nutzten nun ihrerseits wieder verstärkt die größer werdenden Räume für eigene Angriffe. Clauer und Krause scheiterten per Kopf und es zeichnete sich ab, dass bald ein weiteres MTV-Tor fallen könnte. Dafür sorgte dann wie in Maschen "Joker" Krause. Eine Ecke von Netzlaff legte Clauer in den 5-Meter-Raum ab, wo Krause die bessere Position fand, um die Kugel in zwei Anläufen über die Linie zu bugsieren (69.). Unmittelbar mit dem 2:0 stellten die MTV-Trainer die eigene Struktur wieder auf das System der ersten Hälfte zurück. Clauer rückte wieder vor. Böhme und Meyer wechselten auf die Flügel. Für den emsigen Büyüksahin kam mit Magnus Kruska der jüngste Kaderspieler und übernahm eine klare Zuordnung im zentralen Mittelfeld neben Netzlaff. Das funktionierte blendend, sodass die MTVler keine gefährlichen Situationen vor dem eigenen Tor mehr zuließen. Im Gegenteil. Mehrere eigenen Großchancen mussten jetzt eigentlich zu einem deutlich höheren Ergebnis führen. Doch weder Meyer, noch Clauer oder Böhme machten den "Sack zu"! Später hätte man es dem eingewechselten Ole Schmerbitz noch gegönnt, zu einer Abschlusschance zu kommen. Doch auf der Ergebnistafel gab es keine Bewegung mehr. Den Luhdorfern konnte es egal sein. Auch ein 2:0 bedeutete drei Punkte und damit der dritte Auswärtssieg in Folge. Damit war nach der heftigen 2:7-Klatsche vor drei Wochen gegen Meister FC Este sicher nicht zu rechnen. Umso beeindruckender ist die Reaktion der Mannschaft im Nachhinein. Statt sich aus der Bahn werfen zu lassen, haben die Höllenberger sich mit neun Punkten eindrucksvoll zurückgemeldet. Man darf gespannt sein, ob sie die selbst erarbeitete Ausgangsposition nun auch über die Ziellinie tragen.
